Nachruf – Otto Fett

 

Lieber Otto Fett!

Diese Worte sind an Dich, aber sie erreichen Dich nicht mehr. Die fiese Krebs-
krankheit, gegen die Du jahrelang mutig und tapfer gekämpft hast, hat Dich am
Oktober 2020 mit 67 Jahren leider doch besiegt.

Als ich Dich in den frühen 90er Jahren kennenlernte, warst Du bereits seit 1990
der Cheftechniker des Landesverbandes Baden-Württemberg. Und schon damals
galt bei technischen Problemen: nicht verzagen, Otto fragen. Hilfsbereit, kompetent
und engagiert sorgtest Du für eine exzellente Projektion bei unzähligen Landes-
wettbewerben und Videografikas. Dazu kamen noch die „großen“ Sachen:
21 Jahre Bundesfilmfestival „FantEx“, elf Jahre in Lorch, zehn Jahre anschließend
in Waiblingen, fünf Jahre „Report“ in Freiberg / Neckar und zwei DAFFs 1996 in
Waiblingen und 2001 in Deiner Heimatstadt Schorndorf.

Hier hattest Du im März 1977 den Filmclub mitgegründet, der auch gleich dem BDFA
beitrat, und warst von 1997 bis 2016 Clubleiter. Neben Deinem regen Einsatz für den
Landesverband und Deinem Beruf – Du hattest Fernmeldemesstechnik gelernt und warst
viel unterwegs – entstanden zahlreiche gemeinschaftliche Filme über lokale und
kulturelle Ereignisse von Schorndorf und Lorch.

Und dann gab es auch noch ein weiteres Standbein: die „Fett-Video-Technik“ in Miedels-
bach, wo Filme mit Tonspuren versehen wurden (Super 8 Zeit) und Überspielungen
und Digitalisierungen vorgenommen wurden.
Auch hier profitierte der Landesverband ganz gewaltig und ist sehr, sehr dankbar dafür.

Durch Dein enormes Wissen um die Materie sorgtest Du auch dafür, daß das technische
Equipment des Landesverbandes immer auf neuestem Stand und höchstem Niveau
war. Die beste sinnvolle Ausrüstung zu einem vernünftigen Preis, das dürfte Dein Motto
gewesen sein. Und oft bewunderten die auswärtigen Gäste die hervorragende
Projektion in Baden-Württemberg.

Dass Dir das alles nicht unbedingt in den Schoß fiel, habe ich oft miterlebt. Da hast Du
– während wir anderen schon lustig beim Wein zusammen saßen – noch probiert und
umgestöpselt, weil irgendwas nicht so tat, wie es sollte. Und morgens wurde noch

eine Frühschicht eingelegt oder gar nochmal nach Hause gefahren, um ein anderes Teil
zu holen. So warst Du: gewissenhaft, verlässlich und mit vollem Einsatz und dabei
absolut zurückhaltend und bescheiden.

Natürlich gab es auch Ehrungen und goldene Nadeln für Dich. Aber ich glaube, wirklich
wichtig war Dir nur, wenn die Filmergemeinde zufrieden mit der perfekten Projektion war.
Über allem wurde Dein freundliches Wesen, Deine Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit hoch geschätzt.

Du hast Dein Haus bestellt hinterlassen, die Clubleitung von Schorndorf und die technische
Leitung im LV rechtzeitig in andere Hände übergeben. Wir bleiben zurück
voller Dankbarkeit und Trauer und unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten Deiner

Frau Brigitte und Deiner Familie.

Adieu Otto, es war schön, Dich gekannt zu haben!

Eva Schulmeyer